Journal 3

Institut Richard Moritz

 

Sackgasse Förderschule

 

Die Ferien sind zu Ende. Für viele Schüler beginnt wieder der Kampf um Noten und künftige Abschlüsse. Für diejenigen, die die nächste Jahrgangsstufe erreicht, oder den Sprung in die Realschule oder das Gymnasium geschafft haben, beginnt das neue Schuljahr mit freudiger Erwartung. Wer allerdings zur Ehrenrunde muss, oder den gewünschten Übertritt verpasst hat, beginnt das Schuljahr mit Enttäuschung. Wer jedoch zur Förderschule gehen muss, der hat die Arschkarte gezogen – wie man in der Schülersprache sagt.

Für den Schüler ist es zumeist eine Kränkung – zumindest eine schwere Niederlage; seine Schul-kameraden dürfen zum Teil in die Realschule, oder aufs Gymnasium und er/sie… Die Eltern hoffen darauf, dass ihr Kind gefördert wird und dann doch noch einen Schulabschluss erreicht. Aber diese Hoffnung ist trügerisch.

Im Bildungsbericht1 finden wir folgenden Eintrag: „An Förderschulen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Saarland und Schleswig-Holstein führt der Förderschwerpunkt „Lernen“ nicht zum Hauptschulabschluss; in keinem Land führt der Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ zu einen allgemeinbildenden Schulabschluss. (Quelle: Sekretariat der KMK(2014), Schüler, Klassen, Lehrer und Absolventen der Schulen 2003-2012)“

Das ist doch etwas Verwunderlich. Heutzutage ist es nahezu unmöglich einen qualifizierten Ausbildungsplatz zu erhalten, wenn man nicht wenigstens einen Hauptschulabschluss vorweisen kann. Es sollte daher das vorrangige Ziel von Förderschulen sein, Schüler und Schülerinnen zu einem allgemeinbildenden Schulabschluss hin zu führen.

Im Bundesdurchschnitt verließen in 2012 56,5% die Förderschule ohne einen Hauptschulabschluss. Die Neuen Bundesländer, mit Ausnahme von Thüringen, sind die Spitzenreiter, angeführt von Mecklenburg-Vorpommern mit 76,6%. Bei den Alten Bundesländern liegt das Musterländle Baden-Württemberg mit 63,9% unangefochten an der Spitze1.

Man muss sich angesichts dieser Zahlen fragen, ob die Förderschulen Fördereinrichtungen oder lediglich Abstellgleise sind. Dem Anspruch, der ihr Name verheißt, werden sie sie jedenfalls in keinster Weise gerecht.

 

Wer landet in der Förderschule?

 

Ein Wechsel zur Förderschule erfolgt in der Regel aufgrund eines konstant schlechten Notendurchschnitts. Wobei die Ursachen meist unberücksichtigt bleiben. Es gibt Kinder, die den hohen Anforderungen der heutigen Schulen nicht gewachsen sind, diese benötigen spezielle Förderung, keine Frage. Aber oft liegt nur ein Leistungseinbruch vor, der durch starke psychosoziale Belastungen, wie z.B. Scheidung der Eltern o.ä. verursacht wird. Werden solche Kinder in die Förderschule abgeschoben, bricht ihre Lernmotivation meist vollständig zusammen. Sie sind oft unterfordert und fühlen sich fehl am Platz und entwickeln einen Protest gegen die Schule und nicht selten gegen das Lernen.

In zunehmendem Maße kommen auch Kinder, die in staatliche Obhut genommen werden in Förderschulen. Täglich werden etwa 100 Kinder vom Jugendamt in Obhut genommen. Meist mit Polizei aus der Schule oder dem Kindergarten geholt und von ihrem gesamten sozialen Umfeld abgeschnitten. Diese „Inobhutnahme“ wirkt auf ein Kind wie eine gewaltsame Entführung; sie ist sehr traumatisierend und bringt oft einen schulischen Leistungsabfall mit sich. Dazu kommt noch, dass diese Kinder oft monatelang nicht beschult werden. (Ausführliche Informationen zur Problematik Inobhutnahmen finden Sie auf www.kindersindmenschen.com).

 

Der Weg aus der Sackgasse

 

Am besten ist es natürlich zu verhindern, dass ein Schüler in die Sackgasse kommt. Kinder, die aufgrund individueller Lernschwächen den normalen Schulanforderungen nicht gewachsen sind, sollten in die Förderschule gehen. Oft handelt es sich bei diesen Kindern lediglich um Spätentwickler, die ein oder zwei Jahre später durchaus in der Lage sind, die Anforderung des normalen Schulbetriebes zu bewältigen. Wir empfehlen daher, zu überprüfen, ob eine Rückkehr zur regulären Schule angebracht ist. Zu beachten ist hier, dass Förderschulen ein geringeres Niveau haben und auch weniger Stoff. Der Schüler muss auf das höhere Niveau gebracht werden und die Lücken müssen geschlossen werden. In vielen Fällen – wenn die Verweilzeit nicht allzu lang war – genügt es, wenn das letzte Jahr wiederholt wird. War die Verweildauer lang oder geht es um den Hauptschulabschluss, wird man kaum an einer qualifizierten Nachhilfe vorbei kommen. Dann sind Können und pädagogisches Geschick gefragt. Ein bisschen Nachhilfe von einem Studenten reich da meist nicht mehr.

 

Trennungskinder

 

Scheidungen, wenn Kinder mit betroffen sind, sind immer problematisch. Kinder leiden immer darunter. Scheidungen lassen sich nicht immer vermeiden, aber man kann die Belastung für die Kinder so gering wie möglich belassen. Wenn nach der Trennungsphase Ruhe einkehrt, erholen sich Kinder sehr schnell von ihrem schulischen Leistungseinbruch. Durch den Leistungseinbruch entstehen aber immer Wissenslücken; diese können die Noten nachhaltig unten halten. Besonders kritisch sind die Jahrgänge 4,5 und 7. Leistungseinbrüche in den Jahrgängen sollte man auf jeden Fall bereinigen.

Wird ein Schüler aufgrund eines Leistungsabfalls, der nicht aufgrund einer persönlichen Überforderung zustande kam, sondern während oder nach einem traumatischen Ereignis (Scheidung, Tot eines Elternteils gewaltsame Herausnahme aus dem sozialen Umfeld), in die Förderschule versetzt, bleibt er oftmals genau auf dem Punkt stecken. Dann muss unter Umständen der Stoff von da an wiederholt werden. Eine gründliche Analyse durch einen erfahrenen Pädagogen ist dann die Voraussetzung für eine erfolgreiche Wiedereingliederung oder Abschluss. Nicht die Lernfähigkeit geht verloren, sondern die Motivation und das Selbstvertrauen. Daher sind, neben der fachlichen Qualifikation, vor allem Einfühlungsvermögen und pädagogisches Geschick gefragt.

 

1) Quelle des Zahlenmaterials: „Homepage Bildungsberichterstattung“, www.bildungsberichterstattung.de/

 

Eigene Beobachtungen und Analysen in Zusammenarbeit mit unserem Partnerunternehmen „Die Nachhilfe mit Herz“, München.

 

 

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