Lesekompetenz

Selbsthilfeprogramm

 

Der Pisaschock von 2000 hat dazu geführt, dass die Schulen verstärkt Nachdruck auf Leseproben legen. In Folge dessen haben sich auch die Anforderungen an Lehrer und Nachhilfelehrer erhöht. Bei den Nachhilfen haben wir heute einen erheblich höheren Anteil an Schülern mit Migranten Hintergrund und im Zuge der staatlichen Hilfen durch das Bildungspaket auch einen höheren Anteil an Schülern der unteren Bevölkerungsschichten. Also jene Schülergruppen, die eine sechs Mal geringere Chance auf eine höhere Bildung haben, als Akademiker-Kinder. Anlass genug für uns nach den Ursachen zu forschen.

In und mit unseren Partnerunternehmen haben wir zahlreiche Schüler auf ihre Schwächen untersucht, unter anderem auch ihre Proben und Tests der Schulen. Drei Phänomene, die bei nahezu allen Schülern zu finden waren sind:

1. Falsches Lesen

2. zu geringer Wortschatz

3. Ein Mangel an Verstehen von Zusammenhängen (innerhalb der Sätze sowie unter den Sätzen).

Die Schüler erfassen die Worte visuell als Einheit und vergleichen diese mit gespeicherten Bildern. So hat man es ihnen beigebracht. Das ist unseres Erachtens ein Resultat der Einführung der Ganzheitsmethode in den 60gern. Als Folge dessen, machen lange zusammengesetzte Worte Probleme und Endlaute und Flexionssilben werden ausgelassen (auch beim Schreiben). Dazu kommt nach bei vielen Schülern das Phänomen, dass sie ohne Punkt und Komma lesen und schreiben. Dies lässt sich in wenigen Stunden beheben.

Der zweite Punkt ist wesentlich gravierender und der eigentliche Grund für die Chancen-Ungleichheit. Die Schüler mit Migranten Hintergrund, aber auch die Kinder aus dem Arbeitermilieu, sind mit einer „Fremdsprache“ konfrontiert. Das Schuldeutsch ist ein Akademiker-Deutsch. Es ist nicht die Sprache, die in der Familie und/oder ihrem sozialen Umfeld gesprochen wird. Kinder, welche in einem Akademiker-Milieu aufwachsen, haben einen größeren Wortschatz im Schuldeutsch. Es sind aber nicht nur die Worte, es sind auch die Satzstellungen. In Kreisen mit einem höheren Bildungsniveau werden auch komplexere Satzstellungen verwendet. Kinder aus Arbeiterkreisen müssen den Rückstand bis Ende der dritten Klasse aufgeholt haben, sonst schaffen sie den Übertritt nicht.

Warum versagt unser Schulsystem auf breiter Front?

Lernprogramme und Lehrpläne werden am Grünen Tisch gemacht.

Das Sprachniveau in den Grundschulen ist zu hoch. Das soll nicht heißen, dass man das Sprachniveau generell reduzieren soll, man muss die Kinder dahin führen.

Individuelle Eigenarten, werden nicht ausreichend berücksichtigt. Nicht jedes Kind lernt gleich schnell und gleich gut. Das veraltete dreigliedrige Schulsystem ist zu starr. Das Notensystem, welches der Bewertung dienen soll, ist sehr abwertend und sehr oft demotivierend.

Durch übertriebene Leistungsanforderungen werden Kinder oft demotiviert und dann wird Lernen zur Qual.

Die einzelnen Fächer werden, vom Stoff her nicht aufeinander abgestimmt. Beispiele sind: Textaufgaben enthalten Formulierungen, die in Deutsch noch nicht behandelt wurde, in der Physik werden Rechenoperationen verlangt, die in der Mathematik noch nicht durchgenommen wurden. Selbst im Fach Deutsch tritt dieses Phänomen auf. In einer Leseprobe der 2. Klasse fanden wir eine Passage mit Schachtelsätzen, mit zwei Einschüben und einer Konjunktion.

Fähigkeiten, die bei PISA gefragt werden, sind Anwendungen des Gelernten auf Situationen im Alltag. Die wohl häufigste Frage, die man als Lehrer zu hören bekommt lautet: „Wozu soll das gut sein? Das brauche ich doch nie im Leben.“ Die Schule vermittelt den Kindern eine abstrakte Welt, die nichts mit ihrem Erfahrungsschatz zu tun hat.

Das geschrieben Wort hat eine nie gekannte Bedeutung und Wichtigkeit erlangt. Der gekonnte Umgang mit geschriebenen Texten ist in vielen Bereichen des täglichen Lebens zur Überlebensfrage geworden. Sei es im Berufsleben, sei es im Umgang mit Behörden oder Vermietern, überall hat man es mit Texten zu tun. Wenn jemand nicht versteht, was er unterschreibt, kann das seinen Ruin bedeuten.

Der Weg aus der Analphabeten Falle

Es gibt nur einen Weg aus der Falle: Man muss das Versäumte nachholen. Es gibt keine Alternative. Was Hänschen nicht gelernt hat, muss Hans lernen.

Wir haben Lesekompetenztraining für Erwachsene in unser Programm aufgenommen. Für mehr Informationen verwenden Sie bitte unser Kontaktformular

 

 

Lesekompetenz, Training, Bildungsnotstand

 

Die Erhebungen der OECD im Rahmen von PISA (Programme for International Student Assessment) für Erwachsene zeigt die Bildungssituation Deutschlands von ihrer dunkelsten Seite.

Jeder sechste erwachsene Deutsche hat eine Lesekompetenz auf Grundschulniveau. Das deckt sich mit den PISA- Daten von 2000. Kein Wunder, die damals 15jährige sind heute Erwachsene.

Wir können die Daten von 2000 als immer noch aktuell ansehen und damit arbeiten. Aus aktuellem Anlass haben wir kürzlich amtliche Anträge, Gerichtsprotokolle, Schriftsätze von Anwälten und AGBs auf die erforderlichen Lesekompetenzen hin überprüft. Mindestvoraussetzung zum Verstehen eines Antrags an ein Amt: Kompetenzstufe III, ABGs und Gerichtsdokumente Kompetenzstufe VI bis V. Das bedeutet aber, dass 60% der Deutschen mit alltäglichen schriftlichen Angelegenheiten überfordert sind.

 

Das Sprachniveau der Alltagssprache weicht immer mehr vom Schriftdeutsch ab. Gleichzeitig aber steigen die Anforderungen in Schule und Beruf an. Früher sagten die Leute: „Lerne einen Beruf, dann hast du fürs Leben ausgesorgt!“

Vor hundert Jahren mag das ja noch gestimmt haben. Aber heute? Wer im Beruf und im Leben am Ball bleiben will, der muss ständig dazulernen, in Weiterbildungskursen oder im Selbststudium aus Büchern und anderer Literatur. Laut offiziellem Bildungsbericht liegt die durchschnittliche Lesekompetenz bei über 80% der Schulabgänger bei Stufe drei oder darunter. Das reicht nicht für ein Studium oder Selbststudium aus. Die Statistiken des Bildungsberichts belegen den Zusammenhang zwischen Lesekompetenz und Lebensstandard.

Analysen von Probearbeiten der Schüler aller Klassen und Schultypen haben, in allen Fächern, als Hauptursache für schlechte Noten, ein Nichtverstehen der Aufgabenstellung herauskristallisiert.

Kinder, die einen geringen Grundwortschatz (im Schriftdeutsch) mitbringen und/oder nicht in der Lage sind sich schnell genug dem entsprechenden Niveau anzupassen, bleiben leicht auf der Strecke.

Basierend auf diesen Erfahrungen wurde dieses Lern- und Nachschlagewerk erstellt und in einem renommierten Nachhilfeinstitut erfolgreich getestet.

 

Anwendungsbeispiel: